Was bleibt vom Protestgeist der Jugend, wenn Zivilcourage plötzlich persönliche Konsequenzen hat?
Zahnarzt Reiner Diepke hat an einem Ostersonntag alte Freunde zu einem opulenten Essen mit exquisiter Weinverkostung eingeladen. Die meisten gehören zu einer Generation ehemaliger linker Aktivisten, die inzwischen als Arzt, Richter oder Angehörige des wohlhabenden Bürgertums etabliert sind. Während sie im Keller über große Bordeaux und Burgunder fachsimpeln, eskaliert draußen der Protest gegen eine geplante Asylantenunterkunft: Die NPD demonstriert, Gegendemonstranten und Polizei rücken an. Reiner gibt sich weiterhin politisch engagiert und verweist stolz auf eine von ihm organisierte Initiative gegen Ausländerhass. Doch zwischen den guten Weinen werden die Widersprüche der einstigen Idealisten immer deutlicher.
Mitten in die Runde platzt Uwe, ein alter Mitstreiter aus vergangenen Protestzeiten, gemeinsam mit seiner jungen Frau Judy. Er kommt direkt von der Demonstration und wird von der Polizei gesucht, weil er einen Beamten mit einem Stein schwer verletzt hat. Uwe berichtet, zuvor von Skinheads angegriffen worden zu sein und erlebt zu haben, wie die Polizei untätig zusah. Seine früheren Freunde veranstalten daraufhin im Keller eine groteske Gerichtsverhandlung und versuchen zugleich, ihre eigene Verantwortung von sich zu weisen.
Schließlich verhilft ausgerechnet Richter Horst gemeinsam mit seiner Frau Maria Uwe und Judy zur Flucht. Am nächsten Morgen feiern die Freunde Horst als Helden. Als jedoch die Polizei erscheint, erfährt er, dass Maria wegen Strafvereitelung festgenommen wurde. Sofort distanziert er sich von der gemeinsamen Tat, behauptet, betrunken gewesen und eingeschlafen zu sein, und beginnt, eine entlastende Geschichte für sich selbst zu konstruieren. Während draußen noch immer die gesellschaftlichen Konflikte schwelen, endet der Abend der selbsternannten Humanisten bei der Frage, wer im Ernstfall tatsächlich bereit ist, für seine Überzeugungen einzustehen.