COrinna & DaVID

Eine Komödie in 19 Quaranszenen

René Freund

Ein missglücktes Tinderdate endet in zweiwöchiger Heimquarantäne
„Was soll ich sagen? Der Wetterbericht beschreibt unsere Situation ganz gut. Frühlings-Haft.“
Dass in den Anfangs- und Endbuchstaben ihrer Namen ihr Verhängnis liegt, hätten sie sich früher überlegen müssen! Nach einem Tinder-Date müssen Corinna & David in Heimquarantäne. Der Pizzabote, ein ehemaliger Kollege Corinnas, wurde positiv getestet. Jetzt sind die quirlige Kellnerin und der schüchterne Musiklehrer für die nächsten 14 Tage in Davids Wohnung festgenagelt. Die chaotische Lebensweise der unersättlichen Fleischesserin Corinna strapaziert die feinen Nerven des veganen Ordnungsliebhabers gewaltig. Dafür coacht sie ihn in Sachen Annäherungsversuche, denn David ist hoffnungslos in seine Nachbarin verknallt. Dass er unter Corinnas Regie erfolgreich ist, passt ihr gar nicht. Denn nach 14 Tagen ist sie gar nicht mehr so unfreiwillig hier. Doch Quarantänen können verlängert werden. Denn aus der Nachbarwohnung tönt verdächtiges Husten. René Freunds virale Komödie ist hoch ansteckend! Aber Lachen in Zeiten von Corona ist durchaus heilsam!
ausführliche Beschreibung
Die quirlige Kellnerin Corinna und der schüchterne Musiklehrer David treffen sich in Davids Wohnung. Das Date über Tinder haben sie schon vor vierzehn Tagen ausgemacht. Eigentlich sollte es in der Pizzeria Cavallino stattfinden. Damals, als alles noch normal war. Als es noch Theater, Kinos, Flugverkehr, offene Schulen, Bars und Restaurants gab. Damals, vor dem pandemiebedingten Shutdown. Seither ist alles anders. Corona hat die Welt stillgelegt. Corinna hat ihren Job im Cavallino verloren, David arbeitet im Homeoffice. Als Corinna hereinstürmt, zweifelt David, dass aus ihnen auch in Zeiten „nicht wie diesen“ etwas werden könnte. Sie bestellen Pizza und Rotwein. Francesco, Corinnas Ex- Kollege, liefert prompt und verabschiedet sich mit Küsschen. Corinna leert beide Flaschen, entdeckt Davids Wodkabestand und gönnt sich einen dicken Joint. Dann schüttet sie David ihr Herz aus und kotzt ihm das Badezimmer voll. Es ist klar, dass dieser Abend keine Fortsetzung haben wird. Oder doch?

Als Corinna sich am nächsten Tag verkatert auf den Weg machen will, steht ein Mann vom Gesundheitsamt vor der Tür. Der Pizzabote wurde positiv auf Corona getestet. Zahlreiche Anrufe und SMS hat sie nicht gehört. Über Francesco hat man sie ausfindig gemacht. Mitgehangen, mitgefangen: Für David gilt der Absonderungsbescheid ebenso. Beide dürfen die Wohnung nicht verlassen. Das Zusammenleben in der Quarantäne gestaltet sich nicht einfach. Bald machen sich die ersten Dissonanzen für den ordnungsliebenden Musiker bemerkbar. Corinna raucht, lässt alles fallen, ständig muss David hinter ihr herräumen. Corinna träumt von einem blutigen Steak, während der Veganer David sich von Tofu und Sojanudeln ernährt. Nach Essen ist ihm ohnehin nicht zumute. Denn eigentlich ist er hoffnungslos in seine Nachbarin verknallt. Aber wie soll er Susanne Altmann das vermitteln? In Sachen Liebe ist er unbeholfen. Corinna hilft ihm gerne auf die Sprünge. Sie formuliert eine E-mail mit der Bitte um Nachbarschaftshilfe und verpackt neben der Einkaufsliste geschickt, was Frauen gerne hören.

Die Angel ist ausgeworfen. Susanne „beißt an“ und bringt die gewünschten Lebensmittel. Dass darunter auch Wein und Fleisch ist, beunruhigt David. Er möchte kein falsches Bild von sich abgeben, und vor allem will er vermeiden, dass Susanne seine Mitbewohnerin bemerkt. Der erste Schritt ist getan. Auch wenn ihn zwischendurch eine männliche Stimme aus Susannes Wohnung irritiert. Von Tür zu Tür kommt man sich näher. Susanne stellt sogar ein gemeinsames Essen nach der Quarantäne in Aussicht und besiegelt das geplante Date mit einem Küsschen. David fällt Corinna überglücklich um den Hals. Corinna ist verletzt. Sie, die ihm als weiblicher Cyrano zum Erfolg verholfen hat, soll nun versteckt und verleugnet werden? Die vierzehn Tage gehen dem Ende entgegen. Corinna merkt, dass sie gar nicht mehr so ungern hier ist. Doch Quarantänen können verlängert werden. Denn aus der Nachbarwohnung tönt verdächtiges Husten.
1D 2H
1 Dek.
Komödie, Schauspiel
Nach dem Theaterstück erschien der Roman „Das Vierzehn-Tage-Date“ von René Freund (Zsolnay Verlag, ISBN 978-3-552-07234-3).
UA: 10.11.2020, Metropol, Wien, Regie: Erhard Pauer
DEA: 10.09.2022, Theater am Frankfurter Tor, Berlin, Regie: Irene Christ
Frei zur: SEA
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