Da war sie ein einziges Mal nicht brav, schon muss sie zur Strafe 100 Jahre schlafen: Dornröschen. Die andere, Rapunzel, wird von der bösen Hexe ausgerechnet in den Turm gesperrt, in dem Dornröschen liegt. Was tut Rapunzel? Natürlich küsst sie Dornröschen wach. Die sich aber so was von gar nicht darüber freut. Nur ein Prinz darf sie wach küssen! Rapunzel ist nicht einmal eine Prinzessin. Und versteht absolut gar nicht, warum Dornröschen sich unbedingt an all das halten will, was man ihr vor 100 Jahren eingetrichtert hat: Brav sein, sich vom Prinzen küssen lassen und zusammen glücklich bis ans Lebensende sein.

Was ist, wenn brav sein nicht die Lösung ist? Sondern das Problem?

PRINZESSEN sind nicht brav.

PRINZESSEN sind, was auch immer sie sein wollen.
„Prinzessen“ (ab acht Jahren) von Raoul Biltgen vermischt mehrere Märchen zu einer flotten Geschichte über Selbstbestimmung und Rollenbilder. Sara Schausberger: „Prinzessen“ – Brav sein ist auch kein Vergnügen.
Falter 15/2026
“Starke Frauen sind es, die mit den Klischees von weiblichen Märchenfiguren aufräumen. (…) Rapunzel und Dornröschen rebellieren.” (ZIB11, ORF2, 15.2.2026) “In „Prinzessen“ im Dschungel Wien brechen Figuren mit viel Witz aus vorgegebenen Mustern aus. (…) Autor Raoul Biltgen, Regisseurin Paola Aguilera und das gesamte Team woll(t)en von Anfang an diesen Druck zum sogenannten Brav-sein-müssen bzw. -sollen thematisieren und in Frage stellen, was witzig und immer wieder abwechslungsreich gelungen ist. Natürlich macht Roswitha eine Wandlung durch. Aber auch Rapunzel wird auf die Probe gestellt. Sie weiß zwar gut, was sie alles nicht möchte, aber was sie denn wirklich wolle – da muss sie auch erst hinfinden.”
Kijuku, 14.2.26
2D 1H
Kinder
Alter: 8+
UA: Februar 2026 Plaisiranstalt / Dschungel Wien