Millionen

(Miliony)

František Langer

Johann Jacob Wied, vielfacher Millionär, ist der Direktor zahlreicher florierender Unternehmen und genießt hohes Ansehen im Reich der Banken und Börsen.

Von seinem sich ständig vermehrenden Kapital hängen zahlreiche Existenzen ab, deren vermögen ebenfalls durch den hohen Kurs der Wied-Aktien wächst.

Der Geldstrom scheint durch ein trauriges Ereignis aus dem gewohnten Fluss zu geraten. Wieds einziger Sohn und künftiger Alleinerbe des Finanzimperiums stirbt an den Folgen einer unheilbaren Krankheit. Wieds Geschäftsfreunde befürchten einen Fall der Aktien und versuchen so schnell wie möglich ihre Papiere zu verkaufen, da sie irrtümlicherweise davon ausgehen, dass sich ihr Chef nach dem Tod seines Kindes sofort zurückziehen würde.

Doch der Millionär aus Leidenschaft belehrt seine Klienten eines Besseren. Einen Tag nach Georgs Beerdigung sitzt er zur Verwunderung aller Geschäftspartner und Arbeiter ungebrochen an seinem Schreibtisch und geht besessen von neuen Ideen und Gewinnmöglichkeiten seinen Geschäften nach.

Er ergreift die erste Gelegenheit, seine Härte unter Beweis zu stellen und setzt einen Akt weitreichender „moralischer“ Wirkung. Als sein Freund und Partner Brown Insolvenz anmeldet, fündigt Wied als einziger Helfer aus der Misere Brown den Kredit. Der in den Ruin getriebene Brown begeht in seiner Verzweiflung Selbstmord. Wieds Ehefrau Paula verlässt das Haus und beginnt ein neues Leben in einem Waisenhaus. Sein treuer Sekretär und Berater lässt sich plötzlich pensionieren.

Von allen verlassen und isoliert von der Realität überlässt sich Wied der Poesie des Geldes und feiert den Weihnachtsabend einsam im „Rausch der Kalkulationen und Millionen“.
3D 13H
3 Dek.
Schauspiel
Übersetzung aus dem Tschechischen:
Otto Pick