Der Salzmarsch

Kurt Becsi

Vor dem Hintergrund von Gandhis Salzmarsch wird die Liebe zwischen einer Inderin und einem britischen Offizier zur Zerreißprobe zwischen Macht, Freiheit und Gewaltlosigkeit.
Indien 1930: Mahatma Gandhi ruft zum gewaltlosen Widerstand gegen die britische Kolonialherrschaft auf und beginnt seinen berühmten Marsch von Ahmedabad nach Dandi, um durch die Gewinnung von Salz das britische Salzmonopol zu brechen. Becsi verbindet die historischen Ereignisse mit einer fiktiven Liebesgeschichte zwischen der Inderin Sakuntula und dem englischen Major David Tanner.

Tanner begegnet Gandhis Bewegung zunächst mit Hochmut und Verachtung. Doch durch seine Liebe zu Sakuntula und die Konfrontation mit dem gewaltlosen Widerstand beginnt sein Weltbild zu zerbrechen. Während Sakuntula sich ganz dem Kampf für die Freiheit Indiens verschreibt, gerät Tanner zunehmend zwischen seine Pflicht als britischer Offizier und seine wachsende Erkenntnis, dass Gewalt die Herrschaft des Empire moralisch zerstört. Am Strand von Dandi folgt er Sakuntula bereits auf Gandhis Weg und stellt seine bisherigen Überzeugungen immer stärker infrage.

Nach Gandhis Verhaftung übernimmt Sakuntula die Führung des Marsches auf die Salzwerke von Dharsane. Die unbewaffneten Demonstranten lassen sich von der Polizei niederschlagen, ohne zurückzuschlagen. Als Sakuntula selbst die nächste Gruppe anführt, wird auch sie schwer verletzt. Tanner beendet daraufhin die Gewalt und erkennt den gewaltlosen Widerstand als Beginn eines neuen Weges. Sakuntula stirbt in seinen Armen; im Nachspiel begegnet Tanner Gandhi und beschließt, ein neues Leben zu beginnen.
6D 14H
Schauspiel
UA: 14.04.1956, Landestheater Linz
Frei zur: DEA, SEA