Lustspiel im Dunkeln

(Veseloigra v temnem)

Dominik Smole

Je friedlicher die Bewohner ihre Gegend nennen, desto bedrohlicher wird ihr Umgang mit einem Fremden.
In einem Wirtshaus in einer angeblich „ruhigen, angenehmen Gegend“ beginnt der Tag mit grotesker Selbstverständlichkeit: Vier bewaffnete Mörder schießen aufeinander, werden vom Mädchen versorgt und warten anschließend gemeinsam mit den übrigen Gästen auf die Polizei. Wirt und Wirtin, ein Geistlicher, ein Ausflügler und ein pensionierter Inspektor samt Frau nehmen die Gewalt beinahe gleichgültig hin. Unruhe entsteht erst, als ein Fremdling auftaucht. Er trägt einen rätselhaften Gegenstand bei sich, der einem Koffer ähnelt, aber offenbar keiner sein darf. Weil niemand begreift, wozu das Ding dient, wächst das Misstrauen. Nicht die Mörder, sondern der Fremde wird schließlich als Bedrohung der vermeintlichen Ordnung betrachtet und soll verschwinden.

Der Fremdling versucht dennoch, sich in dieser Welt zurechtzufinden und an etwas Menschlichem festzuhalten. Als er einen jungen Kater findet, kümmert er sich liebevoll um ihn und glaubt für einen Moment, dass auch in der Fremde Glück möglich sei. Doch die Gemeinschaft umzingelt ihn schließlich. Bevor sie ihn angreifen kann, tauchen die vier Mörder wieder auf; alle anderen fliehen. Der Fremdling bleibt zurück und wird erschossen. Erst danach erscheinen die Polizisten – und fragen als Erstes, wie viel ein Schnaps kostet.
3D 8H
Schauspiel
UA: 12.03.1966, Študentsko aktualno gledališče (ŠAG), Ljubljana; Regie: Dušan Jovanović.
Übersetzung aus dem Slowenischen:
Tomislav Blažev