Die Enthüllung eines Denkmals wird zur Enthüllung einer Familie, deren Heldenverehrung an Schuld, Lüge und Verrat zerbricht.
Budapest 1960: Der Familie Simon ist ein großer Tag beschieden – im Krankenhausgarten wurde ein Denkmal für den 1944 von den Pfeilkreuzlern ermordeten Arzt Bálint Simon enthüllt. Er hatte in seinem Krankenhaus Deserteure, verfolgte Juden und politische Flüchtlinge versteckt und mehreren Menschen zur Flucht verholfen. Für seine sechzehnjährige Tochter Juli, die ihren Vater nie bewusst kennengelernt hat, ist er ein unangreifbares Ideal.
Doch während die Familie gemeinsam an einer Biografie des Märtyrers arbeitet, beginnt Bálints Schwester Etel, die sorgsam gepflegte Familienlegende zu zerstören. Hinter der Heldenverehrung kommen Eifersucht, Ehrgeiz, Enttäuschung und jahrzehntelanges Schweigen zum Vorschein. Bálints Bruder Peter hat ihn beneidet und profitiert nun von seinem Ruhm, seine Witwe Anna gesteht, wie einsam sie in ihrer Ehe gewesen ist, und selbst die Mutter hatte ein schwieriges Verhältnis zu ihrem rebellischen Lieblingssohn.
Schließlich wird das verhängnisvollste Geheimnis enthüllt: Aus Angst um ihren Sohn suchte die Großmutter damals Hilfe bei einer Frau aus dem Umfeld der Pfeilkreuzler und berichtete ihr von Bálints geheimnisvollen Aktivitäten – eine Intervention, die letztlich zu seiner Entdeckung und Ermordung führte. Juli muss erkennen, dass die Erwachsenen, an denen sie sich orientiert hat, ihren eigenen moralischen Ansprüchen nicht genügen. Sie verlässt die Familie mit Etel: Ihr Vater sei „für die Welt gestorben“ – nun solle die Welt sie erziehen.