Morgen am Mekong

Eine Silvesterkomödie

Peter Limburg

Eine bezaubernde Komödie zum Jahreswechsel!
Eine militante Tierschützerin, ein protzender Firmenboss in Nöten und ein tollpatschiger Möchtegern-Selbstmörder. Im obersten Stockwerk der Geflügelfirma Hühnchen-Meister sind sie gezwungen, die Silvesternacht gemeinsam zu verbringen. Alle drei geben vor, dringend erwartet zu werden, dabei sind alle drei allein. Jules, der loyale Buchhalter und von den Frauen Verlassene, ist die verzweifelt treibende Kraft in diesem unfreiwilligen Trio. Und Mona möchte eigentlich den ganzen Laden in die Luft sprengen. Jedenfalls hat sie mit Tom Meister, dem Chef des Unternehmens, ein Hühnchen zu rupfen. Und der wiederum träumt vom fernen Mekong.
ausführliche Beschreibung
Jules Herschowitz, ein chronischer Selbstzweifler, hat beschlossen, zu Silvester seinem Leben ein Ende zu setzen. Für den finalen Akt in seinem glücklosen Dasein hat der loyale Buchhalter das Büro seines Chefs gewählt. Es liegt schön hoch und niemand wird ihn stören. Nach einigen Schwierigkeiten mit dem für den Suizid erforderlichen Strick, in dem er sich verheddert und einer hängenden CD mit Mozarts Don Giovanni als Abschiedsmusik, entscheidet er sich für die sichere Variante und besteigt entschlossen das Fenstersims. Doch als er zum Sprung ansetzt, spricht ihn eine junge Frau an und treibt ihn vor Schreck knapp vor dem freiwilligen beinahe in den unfreiwilligen Tod. Mona gibt sich als neue Chefsekretärin aus, die hier zu ungewohnter Stunde etwas zu tun hat. Jules vertuscht sein Vorhaben und verabschiedet sich mit dem Hinweis, längst zu Hause erwartet zu werden.

Doch Mona bleibt auch nicht lange allein. Kurz nach Jules‘ Abgang schleicht sich Tom Meister, der Chef des florierenden Geflügelunternehmens Hühnchen-Meister, wie ein Einbrecher in sein eigenes Büro und will offensichtlich ebenfalls ungestört sein. Mona outet sich als engagierte Tierschützerin, die mit dem ausbeuterischen Federvieh-Killer ein Hühnchen zu rupfen hat. Neben besprühten Wänden, Transparenten und Hunderten von Flugzetteln, die vom Dach flattern sollten, droht sie mit einem versteckten Sprengsatz, der dieser Mörderfabrik so viel Schaden wie möglich zufügen soll. Tom glaubt ihr kein Wort, und ob sie wollen oder nicht: Sie müssen Silvester gemeinsam im Büro verbringen. Denn das Haus ist per Zeitschalter elektronisch gesichert, niemand kann es verlassen, sämtliche Ein- und Ausgänge sind mittlerweile versperrt.

Jules muss kehrtmachen. Er breitet sein Lebenselend vor der toughen Aktivistin und seinem genervten Boss aus. Seine Ehefrau hat ihn zu Weihnachten vor zwei Jahren verlassen, und Jules hängt nicht nur an der entschwundenen Gattin, sondern auch an den Enttäuschungen, die sie ihm zugefügt hat. Sein Verhältnis zu Frauen ist überhaupt problematisch. Und wer hinter einer viel-versprechenden doch jäh beendeten Mail-Bekanntschaft steckt, wird er auch noch erfahren müssen.

Jules durchforstet alle Stockwerke nach Essbarem und zaubert ein buntes Festmenü. Eines haben sie ja gemeinsam: Sie geben alle drei vor, erwartet zu werden und sind doch allein. Toms Ehe ist im Eimer. Sein Prokurist und gleichzeitig Liebhaber seiner Frau sitzt ihm in Nacken. Der gefakte Einbruch sollte einige dunklen Geldflüsse vernebeln und Tom weiß gar nicht, dass Jules‘ flexible Buchhaltung ihn vor deren bösen Folgen bewahrt hat.

Jules hat die Gabe, seinen Chef permanent zu reizen. Munter plappernd stößt er Toms heilige Orchideen um, verbraucht durch ein Telefonat mit seiner Ex-Frau den letzten „Saft“ des einzigen Handys und setzt in einem erneuten Verzweiflungsschub zum wiederholten Fenstersturz an. Tom und Mona schreiten zur gemeinsamen Rettungsaktion und müssen sich eingestehen, dass ihre Antipathie ins Gegenteil kippt. Pünktlich zum Jahreswechsel kommen ungeahnte Träume zur Sprache, die bis zum fernen Mekong gehen. Wer sagt, dass alle solche Unglücksraben bleiben müssen wie Jules?