Hamlet, Ophelia und die anderen

Nach William Shakespeare

Stephan Lack / Cornelia Rainer / William Shakespeare

„Stell dir vor, dein Leben erscheint dir als Theaterstück mit rätselhaftem Verlauf.“
Hamlet, Ophelia und die anderen ist eine Neubearbeitung des Shakespearschen Stoffes. Der Tod des Vaters und die überstürzte Heirat der Mutter mit dem Bruder des Vaters, seinem Mörder, führen Hamlet in eine tiefe Depression. Er zieht sich in sich zurück, auf der Suche nach der Wahrheit. Seiner Wahrheit. Den anderen erscheint er verrückt. Die anderen, also die Erwachsenen Gertrud, Claudius und Polonius spielen ihre Rollen, während Hamlet und Ophelia nach Schlupflöchern, Lösungen und Fluchtmöglichkeiten aus dem System suchen.

Das Autorenduo Cornelia Rainer und Stephan Lack behalten in ihrem Gemeinschaftsprojekt für das
Wiener Burgtheater die bekannte Grundsituation bei, geben Hamlet und Ophelia aber neue Gedanken – Gedanken, die sich junge Menschen von heute vielleicht machen. Die Figuren sprechen sprichwörtlich zwischen den Zeilen des Originaltextes, eine Mischung aus philosophischer Selbstanalyse und Alltagssprache. So schlägt das Stück Haken, zeigt Varianten und Fieberträume und interpretiert das bekannteste Theaterstück aller Zeiten neu.
ausführliche Beschreibung
Hamlet wird von einem Geist geplagt. Sind es dunkle Mächte? Vergangene Könige? Ist es sein eigenes Gewissen? Muss er dem Geist gehorchen und an seinem Onkel Rache üben? Wenn Hamlet könnte, wie er wollte, was würde er tun?

Hamlet und Ophelia. Zwei junge Menschen. Ein Liebespaar. Aufgerieben von den blutigen Ereignissen um sie herum. Den Zwängen und Bestimmungen einer undurchschaubaren Er-wachsenenwelt untergeordnet - einer Welt, in der nicht Vernunft, sondern das uralte Gesetz der Rache regiert. Auf einen Mord folgt der nächste und in Folge der übernächste. Ein ewiger Kreislauf der Zerstörung. Shakespeares Text schlägt unbarmherzig dazu den Takt.

Shakespeares Hamlet spricht viel, er trägt sein Herz auf der Zunge. Er gilt zwar als die erste moderne Bühnenfigur, dennoch hat seine Sicht auf die Welt mit unserer heutigen nur wenig gemein. Zu sehr ist er in seinem Denken einer archaischen Weltordnung verpflichtet. Was, wenn wir an seiner Stelle wären? Würden wir einen Ausweg aus der Gewaltspirale finden? Oder ist das Bedürfnis nach Rache doch noch stärker in uns verankert, als wir meinen.
2D 6H
variabel
Schauspiel
UA: 29.04.2017 im Burtheater / Kasino am Schwarzenbergplatz, Wien