Wenn das Adventsgeschäft zum Familien-Drama wird und ein Teenager auf Vatersuche zwischen Chorprobe und Casting-Show stolpert, prallen Krippe, Karriere und Kitsch herrlich komisch aufeinander.
Das Adventsgeschäft ist ein Ganzjahresjob. Das wissen auch Melanie und Josef, Leiter eines bekannten österreichischen Adventchors. Auch Sohn Lukas ist Teil des erfolgreichen Familienbusiness. Doch der Teenager will nicht mehr den Erzengel Gabriel singen. In einer Casting-Show sucht er nicht nur das Glück, sondern auch die Antwort auf die Frage, ob Josef wirklich sein leiblicher Vater ist, oder doch Schlagergott Frank Fahrich. Ohnehin steht das diesjährige Adventspiel unter keinem guten Stern. Josef platzt mit einer überraschenden Ankündigung in die Vorproben. Das Ehepaar soll künstlerischer Kopf eines neuen Adventspektakels im Emirat Bahrain werden. Werden Melanie und Josef Österreich verlassen und ihren geliebten Chor, den Original Adventsgesangsverein, aufgeben? Stephan Lacks sommerliche Weihnachtskomödie fragt danach, wie uns traditionelle Werte definieren, und erinnert an eine andere, zweittausend Jahre alte Familiengeschichte.
ausführliche Beschreibung
Mitten in das erste Konzeptionsgespräch für das alljährliche Adventsingen platzt die Bombe:
Ehepaar und Chorleiter-Duo Melanie und Josef soll künstlerischer Kopf eines Adventsingspiels im Emirat Bahrain werden. Das Königshaus will dem Publikum der Arabischen Emirate österreichische Volkskultur bieten. Natürlich müssten Melanie und Josef ihr Leben in Österreich aufgeben, vor allem ihren geliebten Chor, den „Original Adventsgesangsverein“.
Josef sieht in dem Angebot die Chance für einen lang ersehnten Neustart. Melanie hingegen weigert sich, nach Bahrain zu übersiedeln. Sie hat schon einmal ein Opfer für die Familie und gegen ihre Karriere gebracht. So hängt nicht nur die Zukunft des Chors, sondern auch die ihrer Ehe in der Luft. Und ob Sohn Lukas, der traditionell den Erzengel Gabriel im elterlichen Unternehmen spielt, mitkommt, ist fraglich.
Die Hiobsbotschaft geht auch an den Chormitgliedern nicht spurlos vorüber. Melanies Schwester wird von einer psychosomatischen Heiserkeit befallen, ihr Mann erleidet einen
Nervenzusammenbruch, die Altistin geht zur Konkurrenz, der alkoholgefährdete Bass steht knapp vor einem Rückfall.
Lukas nimmt heimlich an einer deutschen Casting-Show für junge Gesangstalente teil. Es geht ihm dabei weniger um den Wettbewerb als die Hoffnung auf Gewissheit: Ist Josef sein leiblicher Vater, oder ist es der deutsche Schlagergott Frank Fahrich, ein ehemaliger Schwarm seiner Mutter und Mitglied der Jury. Lukas, der sich bei der Show als Waisenknabe ausgibt, wird zum Favoriten. Als er daheim ständig die Proben schwänzt, kommt es zum Streit mit den ahnungslosen Eltern. Lukas pfeift auf Bahrain. Er strebt eine heimische Karriere als Solokünstler an.
In dieses Chaos platzt ein Fernsehteam, das einen Backstage-Bericht über den angeblich elternlosen Lukas drehen möchte. Der „angehende Stern“ muss Melanie und Josef erklären, warum er sie verleugnet. Frank Fahrich, der in Melanie seine einstige Backgroundsängerin erkennt, ist auch dabei. Und schließlich klopft noch ein Mann aus dem Morgenland mit einer Gabe an die Probentür. Das letzte Adventsingen steht unter keinem guten Stern zu Bethlehem. Wird sich der „Original Adventgesangsverein“ zusammenreißen und würdig verabschieden? Oder gibt es gar keinen Abschied?
„Alles Heilige!“ ist ein Stück über Identität: Wie viel Brauchtum braucht sie und wie
viel Neuinterpretation verträgt sie? Wird Tradition dadurch geprägt, wo wir herkommen, oder wo wir hingehen? Im Kern eine Familiengeschichte, die ganz leise Ähnlichkeiten mit einer anderen Familiengeschichte aufkommen lässt – einer schon mehr
als zweitausend Jahre alten.