Ein Boot trieb ans Ufer

(La barca viene dal lago)

Alessandro de Stefani

Ein Vater gesteht einen Mord – doch das wahre Motiv darf seine Tochter niemals erfahren.
Der ehemalige Lehrer Attilo Marabini hat Alberto Fantelli erschossen und die Tat gestanden. Der Untersuchungsrichter zweifelt jedoch an seinem Motiv. Zunächst befragt er Fantellis Verlobte Mariella und anschließend Marabinis Tochter Anna. Dabei stellt sich heraus, dass auch Anna ein Verhältnis mit dem Ermordeten hatte und fest davon überzeugt ist, ihr Vater habe Fantelli aus verletzter Familienehre getötet. Sie hasst ihren Vater dafür, dass er ihr den einzigen Mann genommen hat, den sie je geliebt hat.

Doch die Wahrheit ist eine andere: Der Vater selbst hatte Fantelli dafür bezahlt, sich seiner einsamen, von Männern unbeachteten Tochter zuzuwenden. Als Fantelli immer höhere Summen verlangte und schließlich drohte, Anna die Wahrheit zu sagen, erschoss Marabini ihn. Um seiner Tochter wenigstens die Illusion zu bewahren, wirklich geliebt worden zu sein, nimmt er ihren Hass und seine Verurteilung auf sich.
2D 3H
Einakter
Übersetzung aus dem Italienischen:
Georg-Ferdinand von Hirschau