Der Sitzengebliebene

Helmut Qualtinger

Zwischen Englischfetzen, Spionageanekdoten, Jazz und John-Wayne-Geschichten
In einem Wiener Stammlokal sitzt ein Mann an der Theke, in schäbigem amerikanischen Anzug, und redet unaufhörlich – scheinbar mit Unsichtbaren. Er träumt sich zurück in die Zeit der amerikanischen Besatzung, als er „Happy Jeff vom 18. Bezirk“ hieß, angeblich Kontakt zur CIA hatte und Wien von Währing aus regierte.

Zwischen Englischfetzen, Spionageanekdoten, Jazz und John-Wayne-Geschichten verliert er sich in Größenfantasien. Immer wieder bricht die Illusion ab, wenn er nüchtern bekennt: „Derweil kann i net amal Englisch.“ Seine Welt ist ein Mischmasch aus Agentenromantik, Kriegsvergangenheit, Alkohol und Alltagsbanalitäten als Bundesbahnbeamter.

Schließlich bleibt er lallend, einsam und betrunken zurück – ein tragikomisches Wrack, gefangen in den Resten seiner selbst erfundenen Heldengeschichte.