Der Widerstandskämpfer

Helmut Qualtinger

Heldentum mit Wiener Note
Ein Mann, noch nicht ganz nüchtern, wird auf dem Kommissariat verhört, weil er mit Spray Parolen an eine Hauswand geschrieben hat. In einem wirren, selbstgerechten Monolog stilisiert er sich zum Helden des Widerstands: Schon im Krieg habe er angeblich Parolen geschmiert, Polizisten provoziert, Fahnen bespuckt, Feindsender gehört und Kriegsgefangene nicht angesprochen, „damit sie nicht glauben, er wär’ ein Nazi“.

Seine „Taten“ sind jedoch lächerlich und widersprüchlich: Bierflaschenwürfe beim Fußball, Übermalen von Orientierungspfeilen, Spott auf Kundgebungen. Immer wieder betont er seine Rolle als Künstler, dessen Graffiti in Wien „wie in Pompeji“ überdauern würden.

Am Ende bittet er, man möge ihn einsperren und mit Farbe und Papier versorgen, damit er seine „Plakate“ für ganz Wien herstellen könne.