Is everybody happy?

Helmut Qualtinger

Wohlstandsgesellschaft und bürgerliche Konversation
„In Lima mußte ich einmal notlanden. Sonst stören mich Gewitter überhaupt nicht ...“
Ein Ehepaar empfängt in seinem modern eingerichteten Haus einen Gast. Mit übertriebener Gastfreundschaft, endlosen Angeboten – Drinks, Zigarre, Swimmingpool, Musik, Aussicht – und ständigen Verweisen auf ihre Reisen, prominente Bekannte und ihren Wohlstand versuchen sie, Weltläufigkeit und Liberalität zu demonstrieren.

Der Gast bleibt höflich, aber abweisend und lehnt fast alles ab: er trinkt nicht, raucht nicht, isst nicht, fühlt sich dennoch „sehr wohl“. In banalen Gesprächen über Reisen, Mode, Politik und Konsum entlarven sich die Hausleute selbst: hinter der Fassade der Offenheit steckt Leere, Langeweile und Selbstinszenierung.
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Sketche