Nächtliche Streifzüge durch St. Pauli werden zum Ausgangspunkt einer schonungslosen Lebensbeichte über Homosexualität, Alter und die unerfüllte Sehnsucht nach einem festen Partner.
Ein sechzigjähriger Versicherungsangestellter erzählt von seinem Leben als homosexueller Mann. Ausgangspunkt sind seine nächtlichen Streifzüge durch Hamburg und St. Pauli auf der Suche nach jungen Männern. Freimütig berichtet er von sexuellen Begegnungen, käuflichem Sex und seiner Sehnsucht nach einem festen Partner – zugleich aber auch von Angst, Misstrauen und seiner eigenen Unfähigkeit, sich dauerhaft zu binden.

Aus den sprunghaften Erinnerungen entsteht nach und nach eine Lebensgeschichte: Jugend und erste homosexuelle Erfahrungen, Ehe und Scheidung, Verfolgung während des Nationalsozialismus, Krieg, DDR und Flucht in den Westen, ein enttäuschendes Berufsleben und schließlich das Altern. Besonders schmerzhaft empfindet er eine Gesellschaft, in der Jugend begehrt und Alter abgewertet wird. Hinter den drastischen Schilderungen seiner Sexualität wird immer deutlicher, wonach er eigentlich sucht: Nähe, Vertrauen und jemanden, mit dem er sich körperlich und geistig verbunden fühlt.