Jack Unterweger - Mörder, Dichter, Medienstar.
Jack Unterweger erzählt sein Leben selbst: vom misshandelten und vernachlässigten Kind über Pflegefamilien, Heime, erste Straftaten und Gefängnis bis zum wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilten Häftling. Im Gefängnis entdeckt er das Schreiben, wird zum gefeierten Beispiel gelungener Resozialisierung und schließlich begnadigt.
In Freiheit genießt Unterweger seinen neuen Ruhm als Schriftsteller und Medienfigur. Doch bald gerät er unter Verdacht, mehrere Prostituierte ermordet zu haben. Er flieht nach Miami, wird verhaftet, ausgeliefert und erneut vor Gericht gestellt. Bis zuletzt stilisiert er sich zum Opfer von Polizei, Justiz und Medien und bestreitet die Morde. Nach seiner Verurteilung wendet er sich schließlich an einen Schnürsenkel – jenes Mittel, mit dem seine Opfer getötet wurden – und erhängt sich.
Franzobel zeichnet dabei kein dokumentarisch objektives Porträt, sondern lässt Unterweger seine eigene Lebenslegende produzieren. Zwischen Selbstmitleid, Witz, Aggression, sexueller Obsession und Selbstinszenierung wird zunehmend fragwürdig, was Erinnerung, Rechtfertigung, Lüge oder Wahrheit ist.