Gerlinde Obermeir

Autorin

(* 1942 in Wien | † 1984 ebenda)

„An der Donau habe ich begonnen, ein so tiefes Loch in die Erde zu graben, dass man auf der anderen Seite der Welt den Himmel sehen kann. So will ich weitergraben. Ich schreibe auch weiter. Was sonst sollte ich tun auf dieser Erde?“ (Gerinde Obermeier, 1982)

Obermeir wächst auf einem Bauernhof in Oberösterreich auf. Ihr Vater, ein SS-Major, wird 1944 vermisst gemeldet, die Mutter sorgt alleine für die vier Kinder. 1949 Umzug der Familie nach Linz. Mit 16 Jahren bekommt sie eine uneheliche Tochter, der Kindvater wandert kurz darauf nach Australien aus. Wenig später heiratet sie den Voest-Arbeiter Ernst Obermeir, 1960 wird die zweite Tochter geboren. Sie arbeitet als Stenotypistin und nimmt Gelegenheitsarbeiten an. Später arbeitet sie als journalistische Mitarbeiterin bei der Kronen Zeitung, steigt auf zur Kultur-Ressortleiterin. Ihre Ehe wird nach 16 Jahren geschieden, sie wechselt von der Kronen Zeitung zum Nachrichtenmagazin profil, wo sie aber nur ein Jahr bleibt. Sie beginnt als freie Schriftstellerin vor allem für das Theater zu arbeiten. Bei ihr wird eine Schizophrenie diagnostiziert. 1984 nimmt sie sich das Leben.
Foto: © Thomas Sessler Verlag