Ulrich Becher

Autor

(* 1910 in Berlin | † 1990 in Basel)

Becher studierte in Genf und Berlin das Studium der Rechte, zeitgleich begann er eine Ausbildung zum Kunstmaler. Schon während der Schulzeit hatte er George Grosz kennengelernt, der ihn als Meisterschüler aufnahm. 1932 erschien Bechers erster Novellenband „Männer machen Fehler“ bei Rowohlt. 1933 wurde sein Werk als „entartete“ Literatur öffentlich verbrannt. Am Tag nach dem Reichstagsbrand flüchtete Becher nach Österreich.
Er heiratete 1933 Dana Roda Roda, die Tochter des berühmten österreichisch-ungarischen Schriftstellers Alexander Roda Roda. 1944 wurde der gemeinsame Sohn Martin Roda Becher, der später ebenfalls Schriftsteller wurde, geboren.

1938 floh Becher in die Schweiz. Die Schweizer Behörden versagten ihm die Arbeitserlaubnis als Schriftsteller, da seine antifaschistische Haltung gegen das Neutralitätsprinzip verstoßen würde. Daraufhin floh Becher mit seiner Familie im März 1941 über Portugal nach Brasilien. 1944 übersiedelten sie nach New York.

1948 kehrte Ulrich Becher nach Europa zurück, sein im Exil entstandenes Stück „Der Bockerer“, das er zusammen mit Peter Preses verfasst hatte, wurde in Wien ein großer Erfolg. 1954 ließ Becher sich in Basel nieder. 1969 erschien bei Rowohlt sein autobiographisch geprägter Roman „Murmeljag“, ein Meilenstein der Literatur nach 1945.

Sein Nachlass befindet sich im Schweizerischen Literaturarchiv in Bern und im Exil-Archiv der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt.